CorelDRAW Praxis – Broschüren erstellen

Tutorials 5. April 2013 – 0 Kommentare

Broschüre

Das Erstellen von umfangreichen Druckdokumenten ist eine Königsdisziplin, die CorelDRAW spielend leicht meistert. Die neu hinzugekommenen Funktionen ermöglichen es dir, konsistente Publikationen zu erstellen.

Du benötigst zunächst ein neues Arbeitsdokument. Das legst du wie gewohnt über den Dialog Datei>Neu an. Hier gilt es jedoch, bereits beim Anlegen des Dokumentes darauf zu achten, dass du die Option zum Anzeigen von Doppelseiten aktivierst. Dies erleichtert dir die Dokumentenerstellung und du hast stets die genaue Kontrolle über das Erscheinungsbild des Printproduktes.

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Hast du diese Option aktiviert und in diesem Dialog die Seitenausrichtung festgelegt, kannst du in den Optionen von CorelDRAW im Dialogfeld Layout einstellen, dass CorelDRAW dir diese Doppelseiten auch anzeigt. Falls dies nicht voreingestellt ist, erscheinen diese Seiten als einzelne Dokumentenseiten.

Das hat Vor- und Nachteile. Zum einen steht dir bei der Einzelseitenansicht die Funktion zur Verfügung, auf der Masterseite separate Masterebenen nur für gerade oder ungerade Seiten anzulegen, zum anderen verlierst du damit die komfortable Doppelseitenansicht und die Dokumenterstellung wird sich schwieriger gestalten.

Das Anlegen der Masterebenen für gerade oder ungerade Seiten kannst du auch bei der Doppelseitenansicht nutzen, indem du für diese Bereiche die Ebenen nur auf den betroffenen Seiten füllst. Sie erscheinen dann bei geraden oder ungeraden Seiten – je nachdem, welche Seite des Dokumentes du eingerichtet hast.

Du kannst dich jetzt schon auf die Seitenanzahl festlegen. Printdokumente sollten immer so angelegt werden, dass die Gesamtseitenzahl durch 4 teilbar ist. Das hängt mit den DIN-Formaten zusammen. Ausnahmen bilden wie immer die Sonderformate.

 

In diesem Dialogfeld kannst du zudem festlegen, mit welcher Seite das Dokument beginnen soll. Hier hat sich bewährt, mit der Seite 1 zu beginnen, die in der Dokumentenstruktur rechts beginnt und die Titelseite darstellt.

Wenn die Optionen erfolgreich aktiviert wurden, siehst du dann beim Umstellen auf Seite 2 eine Doppelseite, sobald du eine weitere Seite, die Seite Nr. 3, hinzufügst.

Ränder und Hilfslinien einrichten

Das Dokument besteht nun aus zwei oder mehreren Einzelseiten. Das Dokument wird später bei einer professionellen Produktion beschnitten werden, weshalb du bereits zum Anfang der Erstellung einen sogenannten Randanschnitt festlegst. Das ist eine optische Beschnittzugabe, die das Dokument zunächst etwas vergrößert abbildet. Später wird dieser Rand durch den Schnittvorgang der Druckerei weitestgehend eliminiert.

 

So legst du den Anschnitt fest

Um einen Randanschnitt für das Dokument einzustellen, kannst du einfach auf den ausgegrauten Dokumentenhintergrund doppelt klicken oder die Optionen von CorelDRAW X6 aufrufen und zum Eintrag Dokument>Seitengröße navigieren.


Dort befindet sich im Einstellungsdialog eine Option zum Aktivieren des Anschnitts. Hier stellst du einen Wert von ca. 3 mm ein und aktivierst den Haken bei Randanschnittbereich anzeigen. Bestätige nun diesen Dialog.

Du siehst keine Auswirkungen. Das liegt daran, dass CorelDRAW diesen Anschnitt nur bei Einzelseiten anzeigt. Wenn du diesen für die Doppelseiten anlegen möchtest, solltest du eine andere Option wählen: das Anlegen von benutzerdefinierten Objekten und Hilfslinien.

 

Anschnitt bei Doppelseiten anzeigen

Die Möglichkeiten, in diesem Fall einen Anschnitt anzulegen, beschränken sich nicht auf eine Variante. Hier ist ein wenig Erfindergeist gefragt. In unserem Beispiel löst du das Problem, indem du eine Rechteckgrafik aufziehst, die in der Länge um 6 mm und in der Breite um 3 mm größer als das A4-Format ausfällt.

Das Endformat dieses Rechtecks ergibt sich wie folgt:

• Höhe: 297 mm + 3 mm (unten) + 3 mm (oben) = 303 mm

• Breite: 210 mm + 3 mm (links) = 213 mm

Hast du dieses Rechteck angelegt, muss es noch bei den Werten x= 0 mm, Y= -3 mm positioniert werden. Du markierst zur korrekten Eingabe im linken Positionsmesser (Viereck mit 9 Positionspunkten) der Eigenschaftsleiste die rechte untere Ecke. Ausgehend von diesem Punkt werden die Koordinaten berücksichtigt.

 

Nun ist das Rechteck korrekt positioniert. Im nächsten Schritt benötigst du eine Kopie dieses Rechtecks. Durch Drücken der Tastenkombination Strg+C & Strg+V erstellst du eine deckungsgleiche Kopie. Jetzt stellst du für diese Kopie nur den X-Wert bei unveränderter Position des Positionsmessers auf den numerischen Wert 213 mm. Die Kopie wird dann genau platziert.

Beide Rechtecke kannst du markieren und die Füllung deaktivieren. Dazu klickst du mit der linken Maustaste auf das X in der Farbpalette. Mit der rechten Maustaste gibst du diesen Rechtecken dann eine Konturenfarbe, falls nicht ohnehin schon eine Kontur voreingestellt ist.

Im Beispiel wurde eine grüne Kontur gewählt.

 

Damit der Anschnitt bzw. die Markierung des Anschnittbereiches vor Veränderungen sicher ist, empfiehlt es sich, diese erstellten Objekte zu schützen. Damit sie auch auf allen anderen Seiten angezeigt werden, sollten sie auf die Masterseite verschoben werden.

Zunächst rufst du in diesem Fall das Andockfenster Objekt-Manager auf. Dort findest du die Ebenenstruktur des Dokumentes. Hier kannst du neue Ebenen anlegen oder die bestehenden modifizieren.

Du benötigst jetzt den Bereich der Masterseite, um dort eine neue Ebene anzulegen. Im Andockfenster befindet sich links unten eine Schaltfläche, mit deren Hilfe du diese zusätzlichen Ebenen anlegen kannst. Die so angelegten Ebenen lassen sich per Kontextmenü umbenennen. Im Beispiel wird diese in “Anschnitt” umbenannt.

 

Jetzt nimmst du die beiden Rechteckebenen auf und ziehst sie bei gedrückt gehaltener Maustaste einfach auf die eben erstellte “Anschnitt”-Ebene der Masterseite. Du kannst nun die beiden Symbole für Drucken und Sperren aktivieren, sodass diese Ebene nicht gedruckt und vor Veränderungen durch die Sperrung geschützt wird.

So legst du die Hilfslinien an

Eine Broschüre ohne Hilfslinien lässt sich nur schwer erstellen. Damit du immer weißt, wo du dich in Randnähe befindest und um dem Dokument einen gestalterischen Rahmen zu geben, bietet es sich an, entsprechende Hilfslinien einzurichten.

Du kannst dies manuell vornehmen, indem du Hilfslinien auf die Masterebene ablegst und über die Eigenschaftsleiste von CorelDRAW X6 genau positionierst oder du nutzt das Dialogfeld Hilfslinien im Optionsmenü von CorelDRAW.

Beide Varianten eignen sich dafür, obgleich es bei der Angabe von absoluten Werten über das Optionsmenü zu beachten gilt, von welchen Koordinatenpunkten aus eine Hilfslinie eingemessen wird.

Letztlich musst du dir bei der Gestaltung Gedanken dazu machen, wo du diese Hilfslinien ablegen möchtest. Wie viel Rand soll das Dokument von oben erhalten, wie viel von den Seiten und am Steg?

Das Beispieldokument erhält folgende Randeinstellungen:

Rand von rechts und links zur Dokumentmitte = 20 mm

Rand von unten= 30 mm

Rand von Oben = 15 mm

Stegrand nach links und rechts = 10 mm

Ich bevorzuge die Einrichtung der Hilfslinien auf manuelle Weise. Das bedeutet, ich ziehe mir diese aus dem Lineal heraus. Das kannst du auch tun und sie danach korrekt platzieren. Die Hilfslinien werden zunächst an den Blattkanten abgelegt.

 

Diese kannst du genauestens positionieren, indem du die Hilfslinien einzeln markierst und über die Positionsdaten der Eigenschaftsleiste mit absoluten Werten genau einstellst. Nachdem du alle Hilfslinien angepasst hast, schaut es bei dir in etwa so aus:


Schütze dann diese Hilfslinien vor Veränderungen, indem du auf der Masterseite die Hilfslinienebene sperrst.

 

Seitenspiegel

Nachdem alle relevanten Hilfslinien angelegt worden sind, kannst du darüber nachdenken, wie denn der Seitenspiegel dieser Seiten ausfallen soll. Dieser ist bereits so etwas wie ein Raster, anhand dessen die Textrahmen angeordnet werden.

Du kannst mit dem Hilfsmittel Linie eine Figur wie die folgende auf der Arbeitsfläche aufziehen.

 

Diese Abbildung hilft dir dabei, ein harmonisches Grundlayout zu entwerfen. Die roten Linien sind Verbindungslinien zu vordefinierten Eckpunkten auf der Arbeitsfläche – das graue Rechteck stellt unseren späteren Satzspiegel dar. Deine Hilfslinien sollten gegebenenfalls an dieses Grundraster angepasst werden. Hier betrifft es die beiden äußeren Hilfslinien und jene am Fuß.


Die schrägen (roten) Hilfslinien und das graue Rechteck können jetzt wieder gelöscht werden. Sie dienten nur zur Orientierung und Festlegung des Seitenspiegels.

Textrahmen / Spalten

In den eben eingerichteten Seitenspiegel passt du nun einen Textrahmen ein, der aus drei Spalten besteht. Dazu verwendest du das Hilfsmittel Mengentext und kannst einen Textrahmen auf der linken oder rechten Seite aufziehen. Verwende als Schnittpunkt die Hilfslinien des Dokumentes.

Lege zunächst eine neue Masterebene auf der Masterseite an. Auf dieser Ebene wird der Mengentextrahmen abgelegt. Mit dem Hilfsmittel Zoom überprüfst du diesen Rahmen dahingehend, dass dieser wirklich alle Hilfslinien schneidet und sich daran ausrichtet.

Wechsle zum Andockfenster Objekteigenschaften, damit du für diesen Textrahmen die Spalteneinstellungen vornehmen kannst. Lass bitte das Hilfsmittel Text als aktives Werkzeug, damit dir die Spalteneinstellungen im Textrahmen auch angezeigt werden.

Gehe im Feld Absatz der Objekteigenschaften bis zum Bereich Spalten. Dort kannst du die Spaltenanzahl 3 eintragen. Darüber befindet sich eine Schaltfläche, mit deren Hilfe du bereits hier festlegen kannst, dass der eingefügte Text sich am Basisliniengitter ausrichten soll. Auf der Zeile mit der Bezeichnung Spalten befindet sich eine gepunktete Linie. Dahinter verbergen sich die Spalteneinstellungen, ein Dialogfeld, in dem du die Spaltenbreite genauestens definieren kannst. Für das Testdokument wurde hier der Spaltenabstand auf 7 mm voreingestellt.


Sind alle Einstellungen vorgenommen, so kannst du diesen voreingestellten Mengentextrahmen mit seinen Spalten einfach kopieren und auf der gegenüberliegenden Seite einfügen. Beide Dokumentenseiten beinhalten nun voreingestellte Textrahmen mit jeweils drei Spalten und einem Spaltenabstand von 7 mm.

 

Seitenzahlen

Das Dokument verfügt jetzt über einige Hilfslinien, voreingestellte Textrahmen, jedoch noch nicht über eine Seitennummerierung. Diese fügst du auf der Masterseite ein.

Unter dem Menüpunkt Layout befindet sich der Eintrag Seitenzahl einfügen. Du kannst festlegen, wo diese Seitenzahl eingefügt werden soll. Entweder auf der aktiven Seite, bei einem mehrseitigen Dokument sogar ab einer bestimmten Seite oder generell für alle Seiten. Zwar hat unser Testdokument am Ende nur 4 Seiten, diese sollen jedoch der Vollständigkeit halber ebenfalls eine Seitenzahl erhalten.

Unter dem Menüeintrag Layout befindet sich zugleich eine weitere optionale Funktion, der Eintrag Einstellungen für Seitennummerierung. Hier kannst du festlegen, wie die Seitennummerierung dargestellt werden soll und von welcher Seite aus beginnend und endend diese abgebildet wird.

 

Deshalb ist für dich der Eintrag Seitenzahl – auf allen Seiten einfügen jetzt von hoher Relevanz. Hast du diesen Punkt ausgewählt, wird CorelDRAW die Seitenzahl im Footer der Seite zentriert ablegen. Die Masterebene erhält zwei Seitenzahleneinträge. Beide können unabhängig voneinander formatiert werden. Somit wäre es möglich, dass beispielsweise alle geraden Seitenzahlen eine rote Schriftfarbe, alle ungeraden eine blaue oder ähnlich – je nachdem, wie du diese formatierst, erhalten. Es ist sogar möglich, für diese Seitenzahlen unterschiedliche Schriften und Schriftschnitte zu verwenden.

In unserem Beispieldokument soll es die gleiche Formatierung für alle Seitenzahlen sein. Die Position dieser Zahlen ist jedoch noch nicht optimal, weshalb du sie verschiebst. Die Koordinaten für diese Seitenzahlen sind x= 200 mm, y= 16 mm bei einer 24 Pkt. großen Schrift, der Myriad Pro, normal.

 

Permanenter Inhalt

Möglicherweise wünschst du dir für das Prospekt einige Gestaltungselemente, die durchgängig vorhanden sein sollen, darunter beispielsweise Hintergrundbilder und schmückende Elemente. Diese legst du ebenfalls auf der Masterseite deines Dokumentes an, damit sie auf allen Seiten erscheinen.

Angenommen, du möchtest die Seitenzahlen einrahmen, so kannst du die Objekte einfach in das Dokument einfügen und platzieren. Du musst lediglich darauf achten, dass du diese hinzugefügten Objekte auf der Masterseite für alle Seiten ablegst, da sie sonst nur auf der gerade aktiven Dokumentenseite erscheinen.

 

Zudem ist es möglich, eine Hintergrundgrafik für das Dokument zu definieren. Das ist oft der Fall, wenn einfarbige Hintergründe, Verläufe oder sonstige Grafiken eingefügt werden sollen. Hier ist insbesondere darauf zu achten, dass diese über den Dokumentenrand hinaus zum Anschnitt heranreichen. Sie sollten ferner nicht zu dominant wirken, weshalb hier oftmals mit reduzierter Deckkraft der Objekte gearbeitet wird.

Im Beispielprospekt wird eine Hintergrundgrafik aus Vektorobjekten verwendet. Sie wird mit reduzierter Deckkraft seitenfüllend eingebracht und auf einer separaten Ebene auf der Masterseite abgelegt. Sie kann zudem dupliziert und gespiegelt auf der gegenüberliegenden Seite untergebracht werden. Die reduzierte Deckkraft erreichst du, indem du wieder das Hilfsmittel Transparenz auf die Gruppe oder einzelne Objekte daraus anwendest. Diese Transparenz lässt sich für jedes Gruppenbestandteil separat einstellen.

 

Im Falzprospekt wurde ein wellenförmiges Objekt als Schmuckelement eingesetzt. Dieses soll auch in der Imagebroschüre wiederkehrend seinen Platz finden. Damit du dieses Element jedoch nicht mehrfach neu erstellen musst, kannst du es ganz einfach aus dem vorhandenen Projekt importieren, indem du die Kopieren- und Einfügen-Funktion nutzt. Öffne dazu einfach das Faltprospekt und kopiere die Wellenform.

 

Dieses kannst du nun in die bestehende Broschüre einfügen. Im vorliegenden Beispiel wurde diese Wellenform skaliert, sodass diese über die gesamte Seitenbreite der Doppelseite reicht.

 

Eventuell soll jetzt noch das Logo auf die gleiche Art und Weise in das Dokument eingefügt und platziert werden. Das Logo liegt in derselben grünen Farbe vor, wie sie bereits im Bogen verwendet wird. Für einen solchen Fall ist schon bei der Logoentwicklung darauf zu achten, dass dieses in verschiedenen Szenarien eine geeignete Verwendungstauglichkeit aufweist.

Darunter zählt die Wiedergabe in monochromen Ausgabemedien oder der Aspekt verschiedener Farbkombinationen. Im vorliegenden Fall ist es vorgesehen, auf eine weiße Variante des Logos zurückgreifen zu können. Daher färbst du einfach das Logo um, indem du mit der linken Maustaste bei ausgewähltem Objekt das weiße Farbfeld der Farbpalette anklickst. Du kannst das Logo zudem skalieren und den Gegebenheiten anpassen.

 

Satzzeicheneinstellungen/Gitter

Eine der wichtigsten Einstellungen, bevor du damit beginnen kannst, die Broschüre zu befüllen, ist die Voreinstellung der Satzzeichen. Zoome dazu in dein Dokument hinein, damit du einen guten Einblick in den oberen Bereich der Textrahmen erhältst. Diese sind zurzeit noch zu weit oben und ragen in den Kopf der Seite. Sie können daher in ihrer Länge eingekürzt werden. Beide Mengentextrahmen können bis zur Unterseite des Bogens eingekürzt werden.

 

Über das Menü Ansicht>Gitter kannst du das Basisliniengitter anzeigen lassen. Es ist unter Umständen nicht sichtbar, wenn andere Objekte, zum Beispiel vollflächige Grafiken, den Dokumentenhintergrund verdecken. Diese Elemente kannst du über das Augensymbol im Andockfenster Objekt-Manager vorübergehend ausblenden. Der Mengentextrahmen kann mit dem Kontextmenü mit einem Platzhaltertext gefüllt werden. Dies bietet sich an, wenn du feine Schrifteinstellungen vornehmen möchtest.

Markiere nun den gesamten Text mit der Tastenkombination Strg+A und stelle die gewünschte Schriftart und Schriftgröße für den Mengentext ein. Im Beispiel wird eine 12 Punkt große Myriad Pro Light, die Hausschrift, verwendet.

Du kannst diesen Text am Basisliniengitter ausrichten, wenn du diese Option über das Kontextmenü oder über das Menü Text auswählst.

 

Unter Umständen wird der Text nur alle zwei Zeilen abgebildet. Das hat häufig mit einem falsch eingestellten Gitter zu tun und kann über das Optionsmenü unter G abgeändert werden. In diesen Optionen kannst du sowohl den Startpunkt als auch den Abstand des Gitters voreinstellen. Teste dort verschiedene Einstellungen aus, bis der Text so abgebildet wird wie gewünscht.

 

Hast du diese Einstellungen erfolgreich vorgenommen, kannst du diesen Textstil festhalten, indem du ihn beispielsweise dem Stil Mengentext zuweist. Dadurch kannst du alle Mengentexte mit wenigen Handgriffen zügig und dokumentenübergreifend formatieren.

Du kannst weitere Stile für Überschriften, Bildauszeichnungen oder sonstige Anwendungsfälle anlegen, mit deren Hilfe du umfassende Dokumente auf leichte Weise erstellen kannst.

Damit dieser Stil und die vorgenommenen Einstellungen auch auf den anderen Textrahmen der geraden Seiten greift, füllst du mit dem Textwerkzeug auch diesen leeren Rahmen mit einem Platzhaltertext, markierst diesen vollständig und wendest über einen Doppelklick auf den Stil Mengentext die eben vorgenommenen Einstellungen auf diesen Rahmen und dessen Inhalt an.

Inhalt Titelblatt

Nachdem nun die grundlegenden Einstellungen vorgenommen wurden, geht es an die aktive Ausgestaltung der Broschüre. Die Masterseite beinhaltet alle elementaren Objekte, die du für die weitere Ausgestaltung benötigst. Jedoch kannst du beispielsweise jetzt nicht auf den Mengentextrahmen auf der Seite 1 zurückgreifen, da sich dieser auf der Masterseite befindet. Aktivierst du den Mengentextrahmen, wird dieser auf der Masterseite bearbeitet und erscheint auf allen ungeraden Seiten deines Dokumentes.

Du kannst diesen Mengentextrahmen aber auch einfach kopieren und auf der aktuellen Seite einfügen. Da ein Titelblatt jedoch eher selten mit großem Mengentext bestückt wird, kann auf dieser Seite der Mengentextrahmen entweder ganz entfallen oder deutlich kleiner ausfallen.

Titelblätter von Broschüren enthalten meistens ein großes, auffälliges Motiv, das Aufmerksamkeit erregen soll. Auch in unserem Beispiel werden wir ein solches Titelbild verwenden. Daher legst du dir zunächst einen leeren Rechteckrahmen auf der Seite 1 – dem Titelblatt der Broschüre – an.

 

Es sollte die gleichen Maße besitzen wie das Blatt – also ein DIN-A4-Format plus den dazugehörigen Anschnitt von 3 mm nach oben, unten und zur rechten Seite. Den Rechteckrahmen platzierst du wie bereits kennengelernt mithilfe der Positionierungswerkzeuge in CorelDRAW.

Dazu klickst du bei aktiviertem Rechteck in der Eigenschaftsleiste das Positionsviereck in der linken unteren Ecke an. Der X-Wert wird bei 0 mm und der Y-Wert bei -3 mm eingestellt. Jetzt befindet sich das Rechteck an der genauen Position.

 

Mit einem Rechtsklick auf diesen Rahmen kannst du einen leeren PowerClip-Rahmen erstellen. Dieser ist die formgebende Bildbegrenzung. Alternativ kannst du auch direkt ein Bild deiner Wahl in das Dokument ziehen, musst es jedoch unter Umständen bei ungenauer Passform – zum Beispiel bei einem ungünstigen Seitenverhältnis – zuschneiden.

Bevor du Bildmaterialien für diese Art von Dokumenten verwendest, solltest du sie auf das richtige Farbprofil hin überprüfen. Für den professionellen Druck sind RGB-Bilder ungeeignet. Die Bildinformationen kannst du im unteren Bereich des Anwendungsfensters in der Informationsleiste einsehen. Solltest du fälschlicherweise ein RGB-Bild verwendet haben, kannst du dieses über das Kontextmenü und den Eintrag Bitmap bearbeiten in Corel PHOTO-PAINT öffnen und dort ins CMYK-Modell konvertieren.

 

Nach der Konvertierung erscheint nun das korrekte Bildformat.

 

Die Beschriftung des Titelblatts kannst du über einen einfachen Grafiktext realisieren. Dazu klickst du einfach mit dem Hilfsmittel Text auf eine freie Fläche des Dokuments und gibst den Titel der Broschüre ein. Die Formatierung kannst du dabei entweder nach Vorgaben oder frei gestalten.

Im Beispiel wurde eine große Headline von 48 Punkt Größe im Schriftstil fett gewählt und neben dem Hauptmotiv platziert. Beschränke dich an dieser Stelle auf das Wesentliche und überlade das Titelbild nicht mit Informationen, da es dem Betrachter sonst nicht möglich sein wird, diese Informationen schnell aufzunehmen.

Der Zusatztitel gestaltet sich ähnlich, ist jedoch in einer kleineren, 24 Punkt großen Schrift abgebildet worden. Beide Beschriftungen wurden linksbündig ausgerichtet.

 

Zur Ausrichtung kannst du entweder die dynamischen Hilfslinien, Ausrichtungshilfslinien oder die Ausrichtungsfunktionen in CorelDRAW benutzen. Bei zwei oder mehreren Objekten, die ausgerichtet werden müssen, empfiehlt sich auch der Einsatz der Funktion Ausrichten und verteilen, die du im Menü Anordnen findest.

 

Im weiteren Verlauf der Ausgestaltung kannst du ausschmückende Elemente verankern, die beispielsweise den Bildfluss betonen. In der Beispielbroschüre wurde die rechte untere Ecke im Titelblatt noch mit zwei weiteren Elementen aufgewertet. Diese stellen im Grunde zwei Dreiecke dar, die an ihrer jeweils längsten Seite eine gebogene Form aufweisen.

Entweder zeichnest du diese Ecken mit dem Hilfsmittel Stift nach oder verwendest einfach die Grundformen und wählst daraus ein Dreieck. Dieses wird nun zweckentsprechend positioniert und in der Größe angepasst. Dieses Objekt wird zudem wiederum in Kurven umgewandelt und die längste Seite dann mit dem Hilfsmittel Form angepasst. Im Grunde kannst du auch nur ein Dreieck erstellen und dieses später duplizieren, skalieren und umfärben.

Am Ende schaut es dann so aus:


Damit wäre das Deckblatt auch schon abgeschlossen.

 

Inhaltsseiten

Die Inhaltsseiten der Broschüre stehen bereits mit dem Anlegen des Dokumentes und dem Einrichten der Masterseite zur Verfügung. Du hast einen Hintergrund definiert, die Mengentextrahmen und die Hilfslinien sowie Schmuckelemente und Seitenzahlen. Nun müssen die Mengentextrahmen bearbeitbar auf die aktive Seite, zum Beispiel Seite 2, 3 und 4, geholt werden.

Du siehst zwar den Mengentextrahmen auf dieser aktiven Seite, das liegt jedoch daran, dass dieser mit der Master-Seite angelegt wurde und auch dort liegt. Willst du diesen Text jetzt bearbeiten, springt Corel, falls diese Ebene nicht gesperrt wurde, automatisch auf die Mengentextebene der Masterseite. Änderst du dort den Text, ändert er sich auf allen geraden oder ungeraden Seiten, je nachdem, an welchen Stellen du Textänderungen vorgenommen hast.

Deshalb kopierst du nun den Mengentext der linken Seite aus der Masterebene und fügst ihn auf der Seite 2 ein.

 

Das Gleiche machst du mit dem Mengentextrahmen der rechten Seite. Du kopierst den Mengentextrahmen der Masterebene rechts und fügst ihn auf Seite 3 per Kontextmenü oder über Strg+V ein. Die Seiten 2 und 3 sind aufgrund der Doppelseitenstruktur als eine Hauptebene im Objekt-Manager abgebildet.

Du kannst nun die Mengentextrahmen der Masterebene Mengentextrahmen ausblenden, indem du das Augensymbol deaktivierst, die weitere Bearbeitung unterbindest und die Druckbarkeit dieser Ebene aufhebst.

 

Jetzt befinden sich beide Mengentextrahmen auf den Seiten 2 und 3. Wenn du größere Textmengen auf beide Seiten verteilen möchtest, kannst du dies durch eine Verkettung der Textrahmen erreichen. Insgesamt könntest du auch eine andere Aufteilung der Textrahmen vornehmen; es gibt dazu schier unendliche Möglichkeiten.

Textrahmen verkettest du, indem du den ersten der beiden Rahmen – in diesem Fall links (Seite 2) – markierst. Am unteren Ende, mittig, befindet sich ein kleines Dreieck-Symbol, das, wenn du darauf klickst, den Mauszeiger zu einem Symbol verwandelt, das wie eine Dokumentenseite aussieht. Näherst du dich jetzt einem Mengentextrahmen – zum Beispiel dem der Seite 3 -, wird aus diesem Symbol ein kräftiger schwarzer Pfeil. Klickst du dann den Textrahmen der Seite 3 an, sind beide Textrahmen miteinander verknüpft und überstehender Text der Seite 2 würde auf der Seite 3 weiterlaufen.

 

Zum Text gehören oftmals Überschriften, die du entweder direkt im Mengentextrahmen unterbringen kannst oder für die du eigene Textrahmen bzw. Grafiktexte erstellst. Du kannst einen Mengentextrahmen aufziehen und diesen mit der gewünschten Überschrift versehen. Der Vorteil von Mengentext liegt darin, dass dieser sich am Basisliniengitter ausrichten lässt und so eine Ausrichtung im vertikalen Versatz ermöglicht. Bei Grafiktexten steht diese Option nicht zur Verfügung.

Unabhängig davon können beiden Textformaten Stile zugeordnet werden. Im Beispiel wurde die Schriftgröße auf 24 Punkt vergrößert. Für die Überschrift wird zudem eine andere Schrift – eine einfache Arial – verwendet. Sie wird in einem Farbton gehalten, der schon für einige andere Elemente der Logogestaltung und Schmuckelemente verwendet wurde, einem 80-prozentigen Schwarz. Die Besonderheit bei dem gezeigten Beispiel ist, dass du diesmal einen Texthintergrund vorfindest. Diesen kannst du bei den Textoptionen für den Rahmen festlegen.

 

Bilderwelt

Neben den Texten werden oftmals Bilder in das Dokument einfließen. Du lernst jetzt drei Möglichkeiten von vielen verschiedenen kennen, wie man Bilder im Dokument ansprechend unterbringen kann.

Im ersten Beispiel wirst du ein einfaches Objekt auf deinem Arbeitsdokument anlegen – einen Kreis. Platziere diesen Kreis einfach an eine geeignete Stelle im Dokument und wandle ihn über das Kontextmenü in einen leeren PowerClip-Rahmen um.

 

Jetzt kannst du diesen Kreis formatieren. Es ist empfehlenswert, Bildhintergründen eine weiße Fläche zu geben. Deshalb kannst du, bei markiertem PowerClip, eine weiße Hintergrundfarbe auswählen, die du mit der linken Maustaste ganz einfach in der Farbpalette anklickst. Jeder Form kann darüber hinaus eine Kontur zugewiesen werden.

Für die kreisrunde Form wirst du eine grüne Konturenfarbe in der Farbpalette auswählen und sie zuweisen. Am besten ist es, sich auf einen Grünton zu einigen, der bereits im Dokument vorkommt. Im unteren Bearbeitungsfenster findest du alle verwendeten Farben des Dokuments. Klicke mit der rechten Maustaste auf einen passenden Grünton, damit sich die Kontur des Kreises mit dieser Farbe füllt.

Sie fällt noch recht dünn aus und kommt nicht zur Geltung. Das liegt an der kleinen Größe der Grundeinstellung für die Konturenlinien, die du im nächsten Schritt anpassen wirst. Dazu klickst du einfach in der Hilfsmittelpalette auf das Hilfsmittel Umrissstift und wählst eine 4 Punkt große Kontur für den Kreis aus.

 

Jetzt kannst du ein Bild in den Kreis (PowerClip-Rahmen) ablegen. Das erledigst du am besten, indem du mithilfe von Corel CONNECT ein Bild importierst. Ziehe es dann einfach in den Kreis hinein und lasse es dort fallen. Das Bild wird nun zu einem PowerClip.

Passe gegebenenfalls die Größe des Bildes im Rahmen an und positioniere den Kreis an die gewünschte Stelle im Dokument. In den Objekteigenschaften kannst du nun festlegen, dass der darunterliegende Text umbrochen werden soll. Die Form des PowerClips kann auf unterschiedliche Art und Weise den Text verdrängen.

Es stehen die Optionen zur Verfügung, Text nur einseitig zu verdrängen, beidseitig, quadratisch oder als Rechteckform. Letztere bewirkt, dass der Text auf der gesamten Breite verdrängt wird, unabhängig davon, ob die Grafik bis zum Dokumentenrand reicht.

Für die Testbroschüre benötigst du aber nur die Option, dass der Text ausgehend von der Kontur des Objektes auf beiden Seiten umbrochen wird. Du kannst die Grundeinstellungen belassen, wie sie sind, oder zusätzlich einen Abstand zum Objekt definieren. Im Beispiel wurde eine 4 mm starke Kontur um das Objekt als Abstand voreingestellt.

 

Im nächsten Beispielbild soll eine Freiform verwendet werden. Du kannst natürlich auch dafür eine Grundform nehmen und diese nach der Umwandlung in Kurven frei verformen. Die Technik dahinter ist dieselbe – die Form wird in einen PowerClip umgewandelt und mit einem Foto gefüllt. Damit ist aber die Bearbeitung noch nicht abgeschlossen. Klickst du erneut mit der rechten Maustaste auf einen PowerClip, kannst du zudem einen leeren Textrahmen erstellen.

 

Jetzt kannst du in dem PowerClip mit Bildhintergrund gleichzeitig auch noch einen Text hinzufügen. Anhand eines weiteren Bildobjektes kannst du im Objekt-Manager ersehen, dass das Objekt eine Kontrollkurve besitzt, deren Inhalt eine Bitmap ist und ein Mengentextrahmen mit Textinhalt.

 

Der Text kann jedoch nur in der formgebenden Hülle abgebildet werden. Soll mehr Text untergebracht werden, als Platz zur Verfügung steht, muss das Objekt transformiert werden. Hierbei werden sowohl das bildbeinhaltende Objekt als auch das Textobjekt gleichzeitig vergrößert. Die Textoptionen gleichen denen der normalen Mengentexte.

Als eine weitere Möglichkeit kannst du auch Bilder hinter den Text bringen. Dadurch kannst du bestimmten Bereichen eines Dokuments noch einmal eine besondere Bedeutung zukommen lassen. Im Beispieldokument kommt diese Technik auf der 2. Seite vor.

 

Hier wurde eine Grafik eingefügt und hinter dem Mengentext platziert. Damit der Text jedoch noch weiterhin seine Lesbarkeit behält, musst du diese Grafik in der Deckkraft herunterregulieren.

Das kannst du, indem du beispielsweise das Hilfsmittel Transparenz dafür einsetzt. Die Besonderheit ist, dass man später keine harten Kanten des Objektes mehr erkennen sollte und auch das Objekt selbst nicht mit zu großer Deckkraft abgebildet wird. Beides kann mit dem Hilfsmittel Transparenz erreicht werden.

Als Erstes solltest du beim Transparenzstil auf einen kreisförmigen Verlauf (radial) setzen, der die Deckkraft des Bildes von innen nach außen abnehmen lässt.

 

Der Verlauf besteht derzeit noch aus einem Weiß-zu-Schwarz, also von hoch deckend bis hin zu auslaufend, nicht sichtbar. Der Transparenzregler in der Eigenschaftsleiste kann zudem vom Wert 0 bis 100 eingestellt werden, wodurch sich der Transparenzmittelpunkt verschiebt. Ein Wert bei 0 bedeutet eine hohe Deckkraft, bei 100 erreichst du eine ausgewogene Transparenz.

Damit jedoch die Deckkraft des Objektes vom Mittelpunkt an bereits geringer ausfällt, kannst du einen dunkleren Farbton beispielsweise aus den Farbabstufungen der Schwarztöne herausnehmen und diesen einfach auf das weiße Quadrat des Transparenzverlaufs fallen lassen. Dieser nimmt nun die dunklere Ausgangsfarbe an und die gesamte Transparenz verteilt sich neu zwischen den beiden Farbtönen. Du kannst darüber hinaus weitere Farbtöne auf dem Verlaufsstreifen ablegen, indem du Farben aus der Farbpalette auf den Verlauf ziehst.


Auf diese Art kannst du viele verschiedene Kombinationen anwenden und deinen Dokumenten ein interessantes Aussehen verleihen. Es gibt sicherlich zahllose weitere Möglichkeiten, deren Nennung allein schon ein ganzes Buch füllen würde.

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