CorelDRAW Praxis – Logovektorisierung

Logovektorisierung

Ein Logo ist für viele Geschäftsbereiche sinnvoll und untermauert nicht nur die Professionalität von Unternehmen, sondern transportiert zudem eine Botschaft nach außen, die von Geschäftspartnern und Kunden wahrgenommen wird. Ein modernes, zeitloses Logo soll ein Unternehmen nicht nur präsentieren, sondern auch die Marke in den Köpfen der Kunden und Partner festigen.

Der Kunde hat sich in diesem Fall bereits ein paar Gedanken zur Logogestaltung gemacht und dir eine mögliche Vorlage geliefert. Von dieser Vorlage existiert keine Vektordatei und es soll nach Möglichkeit nur ein bestimmtes Element – der Schmetterling – übernommen werden. Darüber hinaus wünscht sich der Auftraggeber eine weitergehende Logogestaltung mit modernen Elementen, die sein Produktportfolio widerspiegeln.

Nun fängst du also am besten damit an, die Vorlage zu bearbeiten. Dir steht eine Grafik zur Verfügung, die du zunächst in dein Dokument importierst. CorelDRAW unterstützt zahlreiche Formate, die importiert werden können.

 

Die Vorlage ist eine einfach gehaltene Grafik, deren Vektorisierung auf unterschiedliche Art und Weise realisiert werden kann.

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Weg 1 – automatische Vektorisierung:

Der erste Weg ist der vermeintlich einfachste Weg, denn dieser ermöglicht dir die automatische Vektorisierung mittels Corel PowerTRACE. Das mag in diesem Fall gut funktionieren, sollte jedoch für deine zukünftigen Arbeiten eher die Ausnahme bilden.

Um die automatische Vektorisierung zu starten, musst du lediglich mittels Kontextmenü (Rechtsklick mit der Maus) die Blitz-, Mittel- oder Umrissvektorisierung aufrufen. Das Vektorisierungsergebnis der Blitzvektorisierung wird direkt in CorelDRAW geladen. Die Umrissvektorisierung mit der Voreinstellung Detailliertes Logo sollte hier die erste Wahl sein. Hast du diese ausgewählt, öffnet CorelTRACE ein Bearbeitungsfenster mit einer Vorschau.

 

Hier kannst du nun die nötigen Feineinstellungen vornehmen. In Corel PowerTRACE kannst du in das Bild hineinzoomen, was dir eine bessere Ansichtsmöglichkeit für die Detailgebiete des Logos gibt.

 

Wenn du über eine Vorlage verfügst, die aus wenigen Farben besteht, kann es hilfreich sein, Corel PowerTRACE dazu anzuweisen, eine bestimmte Farbe aus dem Bild zu entfernen. Bei der Schmetterlingsvorlage macht dies durchaus Sinn. Wählst du in den Optionen Farbe aus dem ganzen Bild entfernen, so kannst du mit der Pipette die Farbe aufnehmen, die du gern entfernen möchtest. Das funktioniert im Regelfall sehr gut.

 

Nun kannst du die Bearbeitung bestätigen. Das vektorisierte Bild liegt jetzt auf dem Original. Die blauen Bereiche der Vorlage wurden in Pfade konvertiert und der weiße Raum entfernt.

 

Im Fall des Schmetterlings werden möglicherweise nicht alle Elemente vollständig erkannt und entfernt. Du kannst übrig gebliebene Bildteile nun manuell entfernen. Zuvor musst du jedoch die Gruppierung lösen, damit du einzelne Teile auswählen kannst. Alternativ kannst du die Tastenkombination Strg+Alt+Shift dazu verwenden, auch in einer Gruppierung bestimmte Bildteile zu markieren.

 

Je nach Vorlage kann CorelTRACE Vorlagen zwar sehr sauber vektorisieren, professioneller ist jedoch die manuelle Vektorisierung mithilfe der Pfadwerkzeuge.

 

Weg 2 – manuelle Vektorisierung:

Die manuelle Vektorisierung bedarf einer größeren Zeitplanung. Je nach Vorlage benötigt man zwischen Minuten und Stunden. Dennoch stellt diese Art der Vektorisierung die genaueste Möglichkeit dar, Vorlagen in Pfadobjekte zu konvertieren. Ausgehend von der Vorlage muss der Schmetterling jetzt mit den Hilfsmitteln von CorelDRAW in Kurvenobjekte umgewandelt werden.

Es stehen mehrere Hilfsmittel zur Verfügung, wovon du im Grunde nur zwei für diese Aufgabe benötigst, das Hilfsmittel Stift oder den Bezierstift. Das Ausgangsobjekt ist mit vielen Rundungen versehen, und es bietet sich an, das Stiftwerkzeug für diese Aufgabe zu verwenden. Letztlich liegt die Hilfsmittelwahl immer an den Fähigkeiten des Endanwenders.

Du benötigst nur den Schmetterling – die Schrift kann abgeschnitten werden. Daher beschneidest du als Nächstes das Bild mit dem Hilfsmittel Beschneiden.

 

Du trennst die Bereiche ab, die du ohnehin nicht benötigst. Danach skalierst du die Vorlage auf eine angenehme Größe. Achte bereits jetzt darauf, dass du alle wesentlichen Details der Vorlage noch gut erkennen kannst.

 

Jetzt kommt das Hilfsmittel Stift zum Einsatz, um diese Vorlage manuell zu vektorisieren. Du beginnst mit dem Setzen des ersten Punktes.

 

Der nächste Punkt ist ein Stück weit entfernt und du versuchst in diesem Schritt bereits, die Rundungen des Ausgangsobjektes mitzunehmen.

 

Tipp: Vorlagen mit einem dunklen Hintergrund sind etwas anstrengender nachzuzeichnen, da der Kontrast zur gesetzten Linie praktisch gleich null ist. Dennoch erkennt man die gezogene Linie und kann sie später detailliert ausarbeiten. Du kannst die Pfadzeichnung unterbrechen und mittels Rechtsklick in der Farbpalette eine hellere Linienfarbe definieren.

Kommst du an eine Ecke bzw. an eine Spitze, so kannst du mit der Taste C einen spitzen Knoten erzeugen. So lassen sich mit einem Werkzeug sämtliche Konturenvarianten nachzeichnen. Der Vorteil des Stiftwerkzeuges ist es – sofern du das in den Optionen voreingestellt hast -, dass du den Verlauf der Linie schon erkennen kannst, noch bevor du den nächsten Ankerpunkt setzt.

 

Hast du das gesamte Objekt erfasst, kann es sein, dass die Linien noch nicht mit der Vorlage übereinstimmen. Je sorgfältiger du bis hierhin gearbeitet hast, umso weniger Nacharbeit ist von Nöten.

 

Jetzt müssen die einzelnen Knoten und Kurven nachträglich in die richtige Form gebracht werden. Das erledigst du mit dem Hilfsmittel Form. Damit kannst du jeden Knoten einzeln auswählen, den Knotentyp falls gewünscht ändern und Linien mittels der erscheinenden Anfasser nachjustieren.

 

Punkte, die du zu viel gesetzt hast, lassen sich mit einem Doppelklick entfernen – fehlende Knoten auf dieselbe Weise hinzufügen. CorelDRAW berechnet daraufhin die neue Strecke zwischen den verbliebenen Ankerpunkten neu.

 

Hast du diese Konturen nachgezeichnet und korrigiert, musst du in diesem Beispiel dafür Sorge tragen, dass auch die innere Kontur ordentlich in Pfaden erstellt wird. Du benutzt dazu erneut das Hilfsmittel Stift und zeichnest die innere Kontur nach oder – und hier liegt eine mögliche Zeitersparnis – du kopierst den gerade erstellten Pfad und fügst diesen wieder ein. Dieser muss dann noch skaliert und gegebenenfalls in den Kurven angepasst werden.

Nach diesem Prinzip zeichnest du alle Teile der Grafik nach. Jetzt hast du zahlreiche Einzelelemente, die noch nicht zusammenpassen, weil sie nicht kombiniert und gruppiert wurden. Ich habe jedes fertiggestellte Objekt bereits eingefärbt.

 

Der Flügel des Schmetterlings besteht nun aus sich zwei überlagernden Objekten – im Inneren ist noch kein leerer Raum. Diesen leeren Raum erzeugst du, indem du die erste und zweite Form miteinander kombinierst bzw. einen Formenbeschnitt durchführst.

Markiere beide Flügelteile, damit du diese beschneiden kannst. Der größere Teil liegt weiter unten (also hinten), der kleinere Teil oben drauf (damit also weiter vorn). Willst du den Bereich des kleineren vom größeren Bereich abtrennen, so wählst du die Option in der Eigenschaftsleiste aus, die das Hintere vom Vorderen trennt.

 

Nur so kann der Bereich aus dem hinteren Teilstück herausgeschnitten werden. Bestätigst du diese Zuschneidemöglichkeit, trennt CorelDRAW dir diesen Teil aus der Grundform heraus.

Mit dieser Methode lassen sich zahlreiche Objekte vektorisieren. Die Option Hinteres ohne Vorderes oder eine der anderen Zuschnittmöglichkeiten variieren je nach Grafik und Anforderung – das Prinzip dahinter ist jedoch immer das gleiche.

Mit dieser Technik bist du in der Lage, die komplette Vorlage auf diese Weise manuell zu vektorisieren. Die zeichnest die Konturen nach und kombinierst die Objektbestandteile miteinander durch die Trennungsfunktionen.

 

Diese Teilzeichnung soll dazu verwendet werden, das neue Logo zu komplettieren. Damit auch die Farbgebung unseres nachgezeichneten Objektes der Vorlage entspricht, verwenden wir das Hilfsittel Farbpipette, um Farbe aufzunehmen und unsere Illustration einzufärben.

 

Zum Schluss kommt noch einmal eine abschließende Überprüfung unserer Arbeit, damit eventuell vorhandene Fehler in diesem Arbeitsabschnitt behoben werden können. Damit ist die Logogestaltung abgeschlossen.

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