CorelDRAW Praxis – Einfache Objekterstellung

Einfache Objekterstellung

Kreis, Kugel, Kegel

Vorrangig werden in CorelDRAW Objekte mithilfe der Grundformen und Zeichenstiftwerkzeuge erstellt: geformt und angepasst, sodass am Ende dann die gewünschte Illustration entsteht. Fangen wir also damit an, einfache Objekte zu formen und ihnen ein neues Erscheinungsbild zu verpassen.

Auf Basis der erlernten Werkzeuge und Funktionen bist du nun in der Lage, die ersten Schritte in der Welt der Vektoren zu unternehmen. In diesen ersten Schritten geht es um das Verständnis der Formen und deren Bearbeitungsmöglichkeiten. Die hier genannten Grundformen lassen sich auch einfacher über das Hilfsmittel Grundformen bzw. Rechteck oder Polygon erstellen.

Um einen Kreis zu zeichnen, kannst du mehrere Werkzeuge benutzen: das Hilfsmittel Freiform oder klassisch das Hilfsmittel Ellipse. Doch bevor du ein Objekt erstellen kannst, benötigst du ein Arbeitsdokument. Dieses legst du entweder über den Schnellstartdialog oder das Menü Datei>Neu an. Jetzt hast du dein neues Dokument vor dir.

Wie du vielleicht bemerkt hast, ist neben dem Dokument selbst Platz zum Ablegen von Objekten. Hier handelt es sich um einen virtuellen Schreibtisch. Stell dir einfach vor, du legst ein leeres Blatt Papier auf einen Schreibtisch, der 40 Meter breit ist – da passen allerhand Dinge nebeneinander. Diesen kannst du dazu nutzen, Objekte abzulegen, damit diese nicht bei der Arbeit an deinem Dokument im Weg sind. Sie werden mit dem CorelDRAW-Dokument gespeichert und gehen nicht verloren.

 

Zieh jetzt einen Kreis mit dem Ellipsenwerkzeug auf.

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Vermutlich ist dieser nun etwas eiförmig geraten. Hältst du jedoch die Strg-Taste dabei, wird es ein runder Kreis. Willst du einen Kreis aus der Mitte heraus aufziehen, halte einfach die Shift-Taste gedrückt, dann ist der Mittelpunkt des Kreises die Anfangsposition deiner Maus. Beide Tasten können zusammen betätigt werden.

 

Damit du einen runden Kreis bekommst, kannst du auch in der Eigenschaftsleiste feste Werte vergeben. Das ist sinnvoll, wenn man beispielsweise Illustrationen oder Zeichnungen im Maßstab anfertigt.

Du hast jetzt einen Kreis erstellt, den du weiter bearbeiten kannst. Oben in der Eigenschaftsleiste befinden sich weitere Symbole, die du dazu verwenden kannst, deinen Kreis anzupassen. In der Standardausführung hast du einen ganzen Kreis gezeichnet. Du kannst jedoch das Erscheinungsbild ändern, indem du die Symbole in der Eigenschaftsleiste dazu verwendest, ein Kreissegment oder einen Bogen zu erstellen.

Kopiere und bearbeite nun den Kreis.

 

Das geht ganz einfach. Du verschiebst den Kreis bei gedrückt gehaltener rechter Maustaste auf eine neue Position im Arbeitsdokument und wählst im Kontextmenü den Eintrag Hierher kopieren aus. Diese Kopie dient dazu, weitere Bearbeitungsmöglichkeiten kennenzulernen. Nun wirst du diesen Kreis bearbeiten und versuchen, dessen Form zu verändern.

Damit das gelingt, markierst du zunächst den Kreis und wechselst zum Hilfsmittel Form (F10). Du siehst einen Anfasser ganz oben am Kreisrand. Versuchst du jetzt, diesen Anfasser mit dem Formenwerkzeug zu bearbeiten, wirst du feststellen, dass du damit den Kreis unterbrichst bzw. nur das Segment bearbeitest.

 

Du kannst auch auf das Kreissymbol oben in der Eigenschaftsleiste klicken, um wieder einen vollständigen Kreis zu erstellen. Benutze alternativ das Menü Bearbeiten oder die Tastenkombination Strg+Z für Rückgängig.

Damit du die Form des Kreises bearbeiten kannst, musst du diesen zunächst in Kurven konvertieren. Entweder benutzt du dazu das Kontextmenü bei markiertem Objekt oder die Tastenkombination Strg+Q.

 

Jetzt besitzt der Kreis vier Anfasser, die getrennt voneinander verändert werden können. Der oberste Anfasser schaut etwas anders aus als die restlich verbliebenen und symbolisiert zusätzlich die Kurvenrichtung. Jede Kurve kann in ihrer Ausrichtung entweder links oder rechts herum ausgebildet sein. Die Richtung der Kurve/des Pfades kann über die Eigenschaftsleiste geändert werden.

 

Markierst du einen der Knotenpunkte, erscheinen die Anfasser des Knotens. Bei einem Kreis handelt es sich um symmetrische Knoten. Sie sorgen dafür, dass sich die Kreissegmente gleichmäßig ausbilden. Der Knotentyp kann jederzeit umgewandelt werden. Es stehen drei verschiedene Knotentypen zur Verfügung, mit deren Hilfe du Objekte erstellen bzw. bestehende verformen kannst.

 

Aus einem Kreis wird ein Tropfen, aus dem Tropfen ein Kegel, aus dem Kegel ein Dreieck.

In der Eigenschaftsleiste befinden sich bei markiertem Objekt und bei Verwendung des Hilfsmittels Form optionale Schaltflächen, die dir die erweiterte Knotenbearbeitung ermöglichen. Im nächsten Schritt soll es darum gehen, aus dem Kreis einen Tropfen zu formen, aus dem Tropfen wiederum einen Kegel und aus dem Kegel ein Dreieck. Dazu ist es nötig, einen oder mehrere der vorhandenen Knotenpunkte umzuwandeln und manuell zu modifizieren.

Damit aus dem Kreis ein Tropfen werden kann, reicht es aus, den obersten Knoten zu markieren und die Anfasser, die sich rechts und links befinden, in Richtung Knotenpunkt zu verschieben. Da dieser Knoten ein symmetrischer Knoten ist, werden beide Anfasser gleichzeitig und symmetrisch zueinander verändert.

 

Die Tropfenform ist nun erstellt und kann im Grunde eingefärbt oder weitergehend bearbeitet werden. Jetzt ist es an der Zeit, aus diesem Tropfen einen Kegel zu formen.

Hierzu stehen dir im Grunde zwei Optionen zur Verfügung, wie du diese Form weiterbearbeitest. Damit aus dem Tropfen eine Kegelform entsteht, müssen die oben liegenden, verbliebenen Rundungen in Geraden umgeformt werden. Du kannst dies realisieren, indem du beispielsweise zum Knoten navigierst und diesen in eine Strecke bzw. Gerade umwandelst. Du kannst beispielsweise die Anfasser in Richtung Knoten verschieben, nachdem du diesen zuvor in einen spitzen Knoten umgewandelt hast.

Diese Vorgehensweise ist nicht unbedingt genau und benötigt zudem wesentlich mehr Zeit für die Bearbeitung. Schneller und einfacher ist die Erstellung von Geraden, wenn du nacheinander die äußeren Knoten je nach Pfadrichtung markierst und in der Eigenschaftsleiste oder im Kontextmenü auf den Eintrag In Linie konvertieren klickst. Auf diese Weise kannst du eine gerade Verbindung der beiden benachbarten Knoten in kürzester Zeit erstellen.

 

TIPP: Achte auf die Richtung, in die der Pfad verläuft – die Spitze oben verrät uns, dass es sich um einen rechtsläufigen Pfad handelt. In der Eigenschaftsleiste befindet sich ein Symbol, mit dessen Hilfe du die Position von Start- und Endknoten umkehren kannst. Je nach Pfadrichtung kann es erforderlich sein, den benachbarten Knoten für die Erstellung der Geraden zu markieren.

Noch schaut die so erstellte Form nicht wie ein Kegel aus. Das liegt daran, dass der untere Bogen des ehemaligen Kreises noch zu weit nach unten steht.

 

Um das zu ändern, bearbeitest du die beiden Knoten an den Außenseiten und verschiebst die Anfasser, die nach unten zeigen, Richtung Knoten. Zuletzt muss lediglich der untere Knoten noch nach oben versetzt werden. Benutzt du beim Verschieben des Knotens die Strg-Taste deiner Tastatur, kannst du die Knoten waagerecht, senkrecht oder winkelig verschieben. So entsteht optisch gesehen die Kegelform.

 

Ein Kegel wird zum Dreieck

Damit du aus dem Kegel ein Dreieck formen kannst, musst du nichts weiter tun, als den unteren Knotenpunkt doppelt anzuklicken, damit dieser gelöscht wird. Du kannst zudem das Kontextmenü verwenden, um Punkte hinzuzufügen bzw. zu löschen.

 

Hast du den Punkt entfernt, wirst du zunächst keine Formänderung bemerken. Das liegt daran, dass CorelDRAW versucht, diese Form beizubehalten. Die Anfasser der benachbarten Knoten wurden automatisch angepasst. Damit du jedoch aus dieser Form ein Dreieck erstellen kannst, musst du lediglich den verbliebenen Nachbarpunkt, der noch eine Kurve ist, in eine Linie konvertieren. Hast du diesen Punkt ebenfalls in eine Linie umgewandelt, entsteht ein Dreieck.

 

Die Vektorbearbeitung ist im Grunde eine ganz einfache Angelegenheit, wenn man die Funktionsweise von Knoten und Knotentypen verstanden hat. Es gibt natürlich leichtere, schnellere Wege, solche Objekte zu erstellen, indem man beispielsweise das Hilfsmittel Grundformen oder Polygon benutzt.

Rechtecke erstellen, abrunden

Du kannst in CorelDRAW selbstverständlich neben Kreisen und Dreiecken auch Rechtecke aufziehen. Dafür gibt es das Hilfsmittel Rechteck. Mit diesem kannst du ein beliebig großes Rechteck aufziehen. Hältst du während des Aufziehens die Strg-Taste gedrückt, so entsteht ein Quadrat mit vier gleich langen Seiten. Das ist bis hierhin sicherlich kein Hexenwerk und sollte jedem gelingen.

 

Manchmal benötigt man statt eines Rechtecks mit vier Ecken jedoch eher eine Rechteckform mit abgerundeten Ecken. In der Eigenschaftsleiste kannst du drei unterschiedliche Eckvarianten für dein Objekt auswählen. Doch bevor du diese benutzt, versuche einmal, mit dem Hilfsmittel Form die Ecken deines Rechtecks zu bearbeiten.

 

Wie du siehst, kannst du die Ecken des Rechtecks abrunden, indem du einfach mit dem Hilfsmittel Form an den Eckpunkten ziehst. In der Eigenschaftsleiste verändern sich die Werte für die Ecken – dem Eckradius entsprechend. Löst du das Schlosssymbol, kann jede Ecke des Objektes individuell umgeformt werden. So lassen sich individuelle Abrundungen erzielen.

 

Hinweis: Das Abrunden von Ecken funktioniert jedoch nur, solange du das Rechteck (und auch sonstige Formen) noch nicht in Kurven konvertiert hast. Nach der Konvertierung in Kurven ist diese Option nicht mehr gegeben. Nun gibt es jedoch weitere Möglichkeiten, diese Ausgestaltung anzupassen, indem man beispielsweise die Eckvariante anpasst. Neben der klassischen abgerundeten Ecke stehen dir weitere Optionen zur Verfügung, die Eckausgestaltung anzupassen.

Du kannst Ecken auch auskehlen bzw. abfasen. Dazu musst du lediglich in der Eigenschaftsleiste beim Eckmodus die geeignete Variante auswählen. Ein Mischen von Eckvariationen ist jedoch nicht möglich. Falls du beispielsweise eine abgerundete und abgefaste Ecke in einem Objekt benötigst, musst du mindestens eine Variante davon selbst mit den Knotenbearbeitungswerkzeugen umsetzen.

 

Rechtecke individualisieren

Rechtecke können auf vielfältige Art und Weise erst individualisiert werden, nachdem sie in Kurven konvertiert wurden. Deshalb solltest du jetzt dein Rechteck in Kurven konvertieren. Entweder per Kontextmenü, über die Tastenkombination Strg+Q oder mittels der Schaltfläche in der Eigenschaftsleiste.

 

Nun ist es möglich, die Ecken separat anzufassen und zu verändern. Alle Eckpunkte bzw. Knoten sind als Linien voreingestellt. Jetzt kannst du jede Ecke anfassen und in ihrer Position verändern – das Objekt selbst bleibt jedoch eine geometrische Figur.

 

Du kannst auf eine elastische Bearbeitung deines Rechtecks zurückgreifen, wenn du die Eckknoten in Kurven umwandelst. Jetzt kannst du einfach an den Seiten des Rechtecks mit dem Hilfsmittel Form anfassen und diese verbiegen. So lassen sich auch weitere interessante Gestaltungsmöglichkeiten realisieren.

Noch mehr Individualität verleihst du deinem Objekt, wenn du zusätzliche Knoten hinzufügst. Klicke einfach doppelt auf eine Stelle deiner Wahl an den Randbereichen der Form und CorelDRAW ergänzt diese Stelle um einen weiteren Knoten. Je nach benachbartem Knotentyp wird dieser zusätzlich eingefügt und muss gegebenenfalls umgewandelt werden. Sind die Eckknoten noch nicht in Kurven umgewandelt, fügt CorelDRAW einen Linienknoten ein. Sind die Eckpunkte bereits in Kurven umgewandelt worden, so wird ein glatter Knoten eingefügt.

Grundformen eignen sich insbesondere als Ausgangsobjekte, die man vielfältig abändern und anpassen kann.

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